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Rezension

Exploding Kittens: Zieh bloß nicht die falsche Katze

12.10.2026 · 4 Min. LesezeitFamilienspieleabend / Schnelle Spiele

Die Schachtel von Exploding Kittens auf unserem Holztisch

Spieler 2–5 // Spieldauer etwa 15 Min. (Verlag) // Alter (Schachtel) 7+ // Autoren Elan Lee, Matthew Inman, Shane Small //

Wir hatten vergessen, wie herrlich albern dieses Spiel ist. Eben bist du noch sicher. Im nächsten Moment erledigt dich eine TacoCat mit Sonnenbrille.

Exploding Kittens klingt dämlich. Ist es auch. Aber auf die bestmögliche Art.

Was ist Exploding Kittens?

Exploding Kittens ist ein schnelles Kartenspiel, in dem du versuchst, kein explodierendes Kätzchen zu ziehen. Erfunden hat es Matthew Inman vom Webcomic The Oatmeal zusammen mit Elan Lee und Shane Small, und es war berühmt, bevor es überhaupt existierte: Die Kickstarter-Kampagne von 2015 sammelte fast 8,8 Millionen Dollar von mehr als 219.000 Unterstützer:innen.

Die Originalausgabe hat 56 Karten und ist für 2 bis 5 Personen ab 7 Jahren, Dauer etwa 15 Minuten. Dazu gibt es eine NSFW-Ausgabe, eine Ausgabe für zwei, ein Party-Pack für größere Gruppen und einen Stapel Erweiterungen. Davon haben wir nichts ausprobiert.

Wie es sich spielt

Alle starten mit einer Kartenhand, in der eine Entschärfen-Karte steckt. Die Exploding Kittens werden in den Stapel gemischt, immer eins weniger, als Personen mitspielen. In deinem Zug spielst du so viele Karten, wie du willst, oder keine, und ziehst dann eine.

Ziehst du ein Kätzchen, explodierst du, außer du hast eine Entschärfen-Karte. Dann überlebst du und schiebst das Kätzchen heimlich zurück in den Stapel, wohin du willst. Wer als Letztes übrig ist, gewinnt.

Alles andere dreht sich darum, nicht zu ziehen oder jemand anderen ziehen zu lassen. Karten wie Aussetzen, Angriff, Mischen und Nö helfen dir auszuweichen, und Nö darfst du sogar spielen, wenn du gar nicht dran bist. Mit manchen Karten darfst du oben in den Stapel spähen. Und die anderen tun ihr Bestes, um dich von deiner kostbaren Entschärfen-Karte zu befreien.

Wo es glänzt

Es ist Chaos, aber kein hirnloses. Irgendwie schafft es Exploding Kittens, sich trotzdem taktisch anzufühlen. Du bluffst ständig, sabotierst und hoffst, dass deine Freunde vor dir explodieren.

Wir haben zu fünft gespielt, und es war Chaos, die gute Sorte. Alle haben gelacht und sich gegenseitig finstere Pläne unterstellt. So ist das Spiel am besten: ein Tisch voller Leute, die genau wissen, wie gemein sie sein dürfen.

Und es liegt schnell auf dem Tisch. Kein langer Aufbau, keine komplizierten Regeln. Nur Katzen, Chaos und Spaß. Eines dieser Spiele, die einfach funktionieren.

Wo es zwickt

Der Verrat, wenn jemand deine Entschärfen-Karte klaut? Brutal. Deine einzige Rettungsleine ist weg, und jede Karte danach ist ein Glücksspiel.

Das gehört zum Spaß, ist aber auch die scharfe Kante des Spiels. Wenn du explodierst, bist du raus und schaust dem Rest der Partie vom Spielfeldrand zu. Für uns ist das frühe Ausscheiden der größte Nachteil, und die gemeinen Karten können echten Streit auslösen. Die Partien sind kurz, das Warten dauert also nicht lange, aber Warten ist es trotzdem.

Dazu kommt jede Menge Glück. Manchmal rettet dich auch das klügste Spiel nicht vor der obersten Karte. Und wenn du alle Witzkarten einmal gesehen hast, verliert sich ein Teil des Charmes.

Exploding Kittens mit Kindern

Auf der Schachtel steht 7+. Mit unseren Töchtern haben wir es noch nicht gespielt, deshalb hier, was wir von anderen Familien hören.

Manche erzählen von Fünfjährigen, die es oft spielen und mit Älteren mithalten. Andere berichten von Runden mit Acht- und Neunjährigen, in denen alle mindestens einmal gewonnen haben. Einige Eltern empfehlen eher ab 8: Bedenkliche Inhalte gibt es keine, aber Kinder, die sich schnell ärgern, solltest du im Blick behalten, weil manche Karten dafür gemacht sind, den anderen zu schaden. Wenn bei euch jemand schlecht verlieren kann, ist der Entschärfen-Raub vielleicht eine harte erste Lektion.

Was wir in der Community hören

Die meisten sind sich einig: schnell, lustig und leicht zu lernen. Gelobt werden die Interaktion, die Grafik und die Spannung bei jedem Ziehen. Oft hört man aber auch, dass es am besten funktioniert, wenn alle voll dabei sind, und dass eine halbherzige Person die ganze Runde runterziehen kann.

Bei Glück gegen Strategie gehen die Meinungen auseinander: Manche sehen eher ein Strategie- als ein Glücksspiel, andere finden, dass der Zufall eine große Rolle spielt. Einige finden es außerdem teuer für ein Kartenspiel, und der Humor ist nicht jedermanns Sache.

Unser Fazit

Exploding Kittens ist herrlich albern, und genau deshalb funktioniert es. Es ist schnell, es ist laut, und es ist taktischer, als es eigentlich sein dürfte.

Hol es dir, wenn deine Runde Bluffen, Sabotage und das Lachen über Pech liebt. Lass es liegen, wenn jemand an deinem Tisch es hasst auszusetzen, oder wenn du ein Spiel willst, in dem Planung den Kartenstapel schlägt.

Hast du es gespielt? Und wenn ja: Hast du überlebt?

Wo es glänzt

  • Kein langer Aufbau, keine komplizierten Regeln
  • Herrlich alberne Grafik und Humor
  • Trotzdem taktisch: Bluffen, Sabotage, Timing
  • Zu fünft haben alle gelacht

Wo es zwickt

  • Wenn dir jemand die Entschärfen-Karte klaut, ist das brutal
  • Ausscheiden: Wer früh raus ist, wartet
  • Viel Glück, und die Witze nutzen sich ab, wenn du die Karten kennst

Steckbrief

Spieler
2–5
Spieldauer
etwa 15 Min. (Verlag)
Alter (Schachtel)
7+
Autoren
Elan Lee, Matthew Inman, Shane Small
Gespielt mit
Fünf Personen

Mehr davon?

Eine E-Mail, ab und zu: was bei uns auf den Tisch kam, was gefloppt ist und was die Kinder wirklich nochmal spielen wollten.

FAQ

Wie spielt man Exploding Kittens?

In deinem Zug spielst du so viele Karten, wie du willst, oder keine, und ziehst dann eine. Ziehst du ein Exploding Kitten und kannst keine Entschärfen-Karte spielen, bist du raus. Wer als Letztes übrig ist, gewinnt.

Für wie viele Personen ist Exploding Kittens?

Die Originalausgabe ist für 2 bis 5 Personen. Wir haben zu fünft gespielt, und es war Chaos im besten Sinn. Party-Versionen und Erweiterungen gehen höher.

Ab welchem Alter ist Exploding Kittens?

Auf der Schachtel steht 7+. Manche Eltern empfehlen eher ab 8 und raten, Kinder im Blick zu behalten, die sich schnell ärgern.

Wie lange dauert eine Partie Exploding Kittens?

Etwa 15 Minuten (Angabe des Verlags). Der Aufbau geht schnell, die Regeln sind einfach.

Ist Exploding Kittens reines Glück?

Es steckt viel Glück drin, aber für uns fühlt es sich trotzdem taktisch an: Du bluffst ständig, sabotierst und hoffst, dass jemand anderes zuerst explodiert.

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