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Über uns
Rezension

Love Letter: Unser meistgespieltes Spiel passt in ein Säckchen

12.10.2026 · 4 Min. LesezeitDate Night / Familienspieleabend / Schnelle Spiele

Spieler 2–6 (aktuelle Ausgabe), Premium Edition bis 8 // Spieldauer etwa 20 Min. // Alter 10+ (Verlag), bei uns ab etwa 8 // Autor Seiji Kanai //

Love Letter haben wir vor einigen Jahren auf der Berlin Brettspiel Con gekauft, in der Ausgabe von Z-Man Games mit dem kleinen Stoffbeutel. Seitdem ist es nicht mehr wegzudenken. Es ist das Spiel, das wir wahrscheinlich am häufigsten gespielt haben.

Überall dabei

Das liegt natürlich an der kurzen Spieldauer. Vor allem aber haben wir Love Letter ein Jahr lang wirklich überall mit hingenommen, immer dann, wenn es langweilig wurde. Es war auf diversen Reisen dabei, zum Beispiel in Disney World in Florida. Dort haben wir es in der Warteschlange vor Attraktionen und Achterbahnen gespielt, zu zweit oder zu dritt. Ein Säckchen, ein paar Karten, und die Wartezeit war vorbei.

Was ist Love Letter?

Ein winziges Kartenspiel von Seiji Kanai, 2012 zuerst in Japan erschienen, heute bei Z-Man Games. Die aktuelle Ausgabe ist für 2 bis 6 Personen und dauert etwa 20 Minuten. Der Verlag gibt ab 10 Jahren an.

Das ganze Spiel passt in einen Satz: Du hältst eine Karte, ziehst eine zweite und spielst eine der beiden aus. Jede Karte hat eine Zahl und einen Effekt. Mit der Wächterin rätst du, welche Karte ein anderer auf der Hand hat. Andere Karten lassen dich in eine Hand schauen, Karten vergleichen oder dich schützen. Und wer die Prinzessin ausspielen muss, hat die Runde verloren.

Am Ende einer Runde gewinnt eigentlich die höchste Karte. Bei uns kommt es aber selten so weit. Meistens ist die Runde früher vorbei, weil alle anderen rausgeflogen sind. Ganz schnell gespielt.

Bluff und Taktik

Was Love Letter so gut macht: Es ist ein bisschen Bluff, aber auch viel taktische Überlegung, weil jede Karte beim Ausspielen etwas auslöst. Ich kann mein Gegenüber zwingen, eine Karte abzulegen. Wenn das die Prinzessin ist, ist die Runde für ihn vorbei.

Mit Coup ist es nicht direkt vergleichbar, aber es gibt ähnliche Elemente. Taktisch ist Love Letter für uns aber deutlich tiefer, weil beim Ausspielen immer noch diese Aktionen dazukommen.

Mit Kindern

Ab etwa 8 Jahren funktioniert Love Letter richtig gut, vor allem, sobald Kinder lesen können. Auf den Karten steht Text, den man erst verstehen muss. Jüngere Kinder können mitspielen, wenn sie jede Aktion auswendig kennen, aber das ist meistens nicht der Fall. Die Regeln sind einfach genug, dass eigentlich jedes Kind sie versteht, und das Bluffen ist nicht wild.

Die gefährlichste Spielerin an unserem Tisch ist übrigens unsere Große. Sie rät sehr viel und sehr gut. Gegen sie zu gewinnen ist ganz schön schwierig.

Zu zweit oder in der Runde?

In größeren Runden ist es spannender. Aber wir spielen es auch zu zweit total gern, siehe Warteschlange.

Welche Ausgabe?

Wir spielen meistens die Z-Man-Ausgabe mit dem Säckchen. Die haben wir einfach verinnerlicht. Im Vergleich zum ursprünglichen Love Letter hat sie ein paar andere Karten. Der größte Unterschied ist die Spionin mit der Null, die es im Original nicht gibt, dazu kommt der Kanzler.

Inzwischen haben wir auch die Premium Edition, die große Schachtel. Darin sind weitere Charaktere und eine Erweiterung, mit der bis zu acht Personen spielen können. Sie spielt sich nicht komplett anders, bringt aber frischen Wind rein. Die Premium Edition wird nicht mehr gedruckt und geht gebraucht teils für über 100 Euro weg. Für ein Kartenspiel ist das schon ganz schön heftig.

Und dann gibt es noch Star Wars: Jabba’s Palace, eine Love-Letter-Variante mit Fraktionen und wechselnden Siegbedingungen. Dazu haben wir eine eigene Rezension.

Was wir in der Community hören

Love Letter gilt weithin als eines der elegantesten kleinen Spiele überhaupt: wenige Karten, schnell erklärt, und trotzdem echte Entscheidungen. Die Kritik dreht sich fast immer um Glück und frühes Rausfliegen. Ein guter Rateversuch kann dich erwischen, bevor du überhaupt etwas getan hast. Und manche finden es zu zweit schwächer als zu dritt oder viert. Für uns funktioniert es in beiden Besetzungen, in der Runde aber mit mehr Spannung.

Für wen ist Love Letter?

Für alle, die ein echtes Spiel im Hosentaschenformat wollen: Familien mit Kindern ab etwa 8, Paare, Freundesrunden und alle, die unterwegs spielen. Love Letter steht auch auf unserer Liste der besten Kartenspiele zu zweit. Bei uns bekommt es eine 9/10.

Nichts ist es für alle, die tiefe Strategie suchen oder es hassen, durch einen einzigen guten Rateversuch aus der Runde zu fliegen.

Und bei euch: Wo habt ihr schon überall Love Letter gespielt?

Wo es glänzt

  • Winzig, schnell erklärt und überall dabei
  • Bluff plus echte Taktik durch die Karteneffekte
  • Ab etwa 8 mit Kindern super spielbar
  • Zu zweit wie in großer Runde gut

Wo es zwickt

  • Ein glücklicher Rateversuch kann dich früh rauswerfen
  • Texte auf den Karten: Kinder müssen lesen können
  • Die Premium Edition ist vergriffen und gebraucht teuer

Steckbrief

Spieler
2–6 (aktuelle Ausgabe), Premium Edition bis 8
Spieldauer
etwa 20 Min.
Alter
10+ (Verlag), bei uns ab etwa 8
Autor
Seiji Kanai
Verlag
Z-Man Games
Unsere Wertung
9/10
Gespielt mit
Familie, beide Töchter, auf Reisen; Z-Man-Ausgabe und Premium Edition

Mehr davon?

Eine E-Mail, ab und zu: was bei uns auf den Tisch kam, was gefloppt ist und was die Kinder wirklich nochmal spielen wollten.

FAQ

Wie funktioniert Love Letter?

Du hältst eine Karte, ziehst eine zweite und spielst eine davon aus. Jede Karte hat eine Zahl und einen Effekt: die Hand eines anderen erraten, Karten vergleichen, dich schützen. Wer am Ende der Runde noch übrig ist und die höchste Karte hält, gewinnt. Bei uns endet die Runde aber meistens früher, weil alle anderen rausgeflogen sind.

Ab welchem Alter ist Love Letter?

Bei uns klappt es ab etwa 8, sobald Kinder die Texte auf den Karten lesen können. Jüngere können mitspielen, wenn sie alle Effekte auswendig kennen. Die Regeln sind einfach, und das Bluffen ist nicht wild.

Ist Love Letter gut zu zweit?

In größeren Runden ist es spannender, aber wir spielen es auch zu zweit total gern, zum Beispiel unterwegs oder in der Warteschlange.

Was ist der Unterschied zwischen den Ausgaben?

Die aktuelle Ausgabe von Z-Man Games mit dem Stoffbeutel ist für 2 bis 6 und bringt neue Karten wie die Spionin mit der Null und den Kanzler. Die Premium Edition (Big Box) hat mehr Charaktere und eine Erweiterung für bis zu 8 Personen, wird aber nicht mehr gedruckt.

Love Letter oder Coup?

Beide haben Bluff-Elemente, aber Love Letter ist für uns taktisch deutlich tiefer, weil jede ausgespielte Karte eine Aktion auslöst.

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