Flip 7 habe ich irgendwann einfach gekauft, weil der Hype nicht zu überhören war. Ausgepackt, Regeln gelesen, losgespielt. Mehr Anlauf braucht dieses Spiel nicht.
Was ist Flip 7?
Flip 7 ist ein Kartenspiel von Eric Olsen, erschienen bei The Op Games, auf Deutsch bei KOSMOS. Die Schachtel sagt 3 bis 18 Personen, etwa 20 Minuten, ab 8 Jahren.
Zum Spiel des Jahres 2025 war es nominiert. Es ist ein Push-your-Luck-Spiel in seiner reinsten Form. Du ziehst Karten, so lange du dich traust, und sammelst Punkte ein. Ziehst du eine Zahl, die du schon vor dir liegen hast, ist die Runde für dich vorbei, und die Punkte sind weg. Dazu kommen ein paar Aktionskarten. Laut Anleitung spielt man bis 200 Punkte.
Und ja, das Ding ist ein Hingucker. Die glänzende Schachtel fällt in jedem Regal auf, und die Karten sind richtig schön gestaltet. Inzwischen gibt es weitere Ausgaben, darunter „Flip 7: Voll fies“, eine gemeinere Variante mit neuen Aktionskarten. Die haben wir nicht gespielt.
Mit Kindern
Hier spielt Flip 7 seine größte Stärke aus. Die Regeln versteht jedes Kind in ein bis zwei Minuten. Wer sicher Zahlen lesen kann, spielt voll mit, je nach Kind mit 5, spätestens mit 6.
Unsere Jüngste spielt es sehr gern, und das hat einen einfachen Grund: Bei Flip 7 geht es um Glück und ein bisschen Bauchgefühl. Da kann sie wirklich gewinnen. Bei taktischen oder strategischen Spielen klappt das nicht, es sei denn, wir lassen sie gewinnen.
Die Spiellänge setzen wir uns selbst. Kurz vor dem Schlafengehen heißt es oft: Wer zuerst 50 oder 60 Punkte hat, gewinnt. Das machen beide Kinder gern mit, und für eine Runde bis 200 ist dann eben ein anderer Abend.
Zu dritt, zu viert, zu zweit
Meistens spielen wir zu viert, also die ganze Familie, manchmal zu dritt. Mit der Kleinen spiele ich es ab und zu auch zu zweit. Dann ist es ein netter Zeitvertreib, aber am Tisch entsteht nicht viel Dynamik.
Richtig Spaß macht es in der Runde. Man fiebert mit den anderen mit, wenn jemand noch eine Karte zieht und noch eine, und genau dann entstehen die lustigen Momente.
Warum keine Partie hängen bleibt
Ehrlich gesagt: Es gibt bei Flip 7 keine Partie, an die ich mich besonders erinnere. Natürlich verzockt sich ständig jemand, und manchmal zieht jemand eine Serie durch, die niemand für möglich gehalten hätte. Aber den Moment „Weißt du noch, als du …?“ gibt es hier nicht.
Das liegt an der Einfachheit. Du entscheidest, ob du noch eine Karte willst oder nicht. Das war’s. Für ein Spiel, das so schnell erklärt ist, ist das völlig in Ordnung. Man sollte es nur wissen.
Was wir in der Community hören
In den meisten Stimmen zu Flip 7 finden wir uns wieder: leicht, schnell, glückslastig, ein toller Einstieg für Leute, die selten spielen, aber kein Spiel für den ganzen Abend.
Ein paar Punkte sehen andere anders als wir:
- Ganz so reines Glück ist es nicht. Wer mitzählt, welche Zahlen schon gefallen sind, kann besser abschätzen, ob er noch eine Karte riskiert. Der Vorteil ist allerdings klein, und verzocken kann man sich trotzdem jederzeit.
- Mehr Leute, mehr Spaß? Manche finden, Flip 7 wird erst ab fünf richtig gut. Andere meinen, mit mehr Leuten gibt es vor allem mehr Ziele für die Aktionskarten. Wir spielen es meist zu viert und haben es mit großen Runden noch nicht ausprobiert.
- Zu zweit haben manche viel Spaß, obwohl die Schachtel erst ab drei sagt. Bei uns ist es zu zweit eher ein netter Zeitvertreib.
Flip 7, Love Letter oder Quacksalber?
Mit Love Letter haben wir ein kurzes Kartenspiel, das fast immer dabei ist, und mit den Quacksalbern von Quedlinburg ein Push-your-Luck-Spiel, das unsere Ältere liebt. Flip 7 ersetzt keins von beiden.
Love Letter hat deutlich mehr Tiefe: Bluff, ein bisschen Deduktion, du kannst jemanden aus der Runde werfen, und du hast viel mehr Handlungsspielraum. Die Quacksalber spielen zwar wie Flip 7 mit dem Risiko, geben dir aber viel mehr taktische Möglichkeiten.
Flip 7 kommt auf den Tisch, wenn es ganz schnell gehen soll und keiner Lust hat nachzudenken. Vor allem, wenn die Kleine mitspielt.
Für wen ist Flip 7?
Für alle, die ein ganz einfaches, ganz schnelles Spiel suchen, das ohne große Regelerklärung auskommt und in jede Tasche passt. Mit Leuten, die sonst nicht spielen, ist es eine tolle Sache, statt immer wieder Uno auszupacken. Und es ist ein guter Absacker, oder ein Spiel für Freundesrunden, die eigentlich viel lieber quatschen und nebenbei etwas spielen wollen.
Überhaupt nichts ist es für alle, die ein taktisches oder strategisches Spiel erwarten. Es ist fast ein reines Glücksspiel, und wer grübeln und sein Ziel über clevere Züge erreichen will, wird hier nicht glücklich. Für zwei Personen gibt es bessere Kartenspiele, die findest du in unserer Liste der besten Kartenspiele zu zweit.
Und bei euch: Bis wie viele Punkte spielt ihr Flip 7?

Wo es glänzt
- Regeln in ein bis zwei Minuten erklärt
- Kinder, die Zahlen lesen können, spielen voll mit und gewinnen auch ohne Hilfe
- Spiellänge frei wählbar, zum Beispiel bis 50 Punkte vor dem Schlafengehen
- Glänzende Schachtel, schön gestaltete Karten

Wo es zwickt
- Fast reines Glück, die einzige Entscheidung ist: noch eine Karte oder nicht
- Keine Partie bleibt im Gedächtnis
- Zu zweit wenig Dynamik
Steckbrief
- 3–18 (Schachtel), bei uns meist 3–4
- etwa 20 Min. (Schachtel)
- 8+, bei uns ab etwa 6
- Eric Olsen
- The Op Games, auf Deutsch bei KOSMOS
FAQ
Ab welchem Alter ist Flip 7?
Die Schachtel sagt ab 8. Bei uns klappt es, sobald ein Kind sicher Zahlen lesen kann, je nach Kind mit 5, spätestens mit 6. Unsere Jüngste spielt es sehr gern.
Kann man Flip 7 zu zweit spielen?
Die Schachtel sagt ab 3. Wir spielen es ab und zu zu zweit, dann ist es ein netter Zeitvertreib, aber am Tisch entsteht wenig Dynamik. Zu dritt oder viert macht es deutlich mehr Spaß, weil alle mitfiebern.
Wie lange dauert Flip 7?
Laut Schachtel etwa 20 Minuten. Die Anleitung spielt bis 200 Punkte. Vor dem Schlafengehen spielen wir oft nur bis 50 oder 60, dann ist es noch kürzer.
Ist Flip 7 ein Glücksspiel?
Fast ganz. Du entscheidest im Grunde nur, ob du noch eine Karte nimmst oder aufhörst. Wer taktische Entscheidungen sucht, wird hier nicht glücklich.
Flip 7 oder Love Letter?
Love Letter hat deutlich mehr Tiefe: Bluff, Deduktion und viel mehr Handlungsspielraum. Flip 7 holen wir raus, wenn es ganz schnell gehen soll und niemand Lust hat nachzudenken.

