Kingdom Builder habe ich schon seit mehreren Jahren. Es war eines der allerersten Spiele des Jahres, die ich überhaupt besessen habe. Ich fand es damals so gut, dass ich mir gleich die Erweiterung Nomaden dazugekauft habe. Inzwischen kommt es nicht mehr allzu oft auf den Tisch, aber es ist eines der Spiele, die ich am längsten besitze und gespielt habe.
Was ist Kingdom Builder?
Ein Strategiespiel von Donald X. Vaccarino, erschienen bei Queen Games. Die Schachtel sagt 2 bis 4 Personen, etwa 45 Minuten, ab 8 Jahren. 2012 wurde es zum Spiel des Jahres gekürt.
Ihr baut euch euer eigenes Königreich auf verschiedenen Landschaften. Der Spielplan setzt sich jedes Mal aus vier von acht Teilen zusammen, die nebeneinandergelegt werden. Auf jedem Teil ist ein anderes Gebäude abgebildet, das euch Sonderaktionen gibt. Mal gibt es viel Wasser, mal wenig. Das Prinzip ist eingängig: In jedem Zug zieht ihr eine Landschaftskarte und baut drei Siedlungen auf genau diese Landschaft, wenn möglich angrenzend an die eigenen.
Wofür es am Ende Punkte gibt, bestimmen drei zufällig gezogene Wertungskarten. So ergeben sich jedes Mal andere Kombinationen.
Nie dieselbe Strategie
Genau das macht für mich den Reiz aus. Weil Spielplan, Gebäude und Wertungen jedes Mal wechseln, kann man nie einfach dieselbe Strategie spielen. Es wird eigentlich nie langweilig.
Gleichzeitig ist es ein ziemlich taktisches Spiel. Man kann sich vorher keinen Plan zurechtlegen, wie man spielen wird. Man muss schauen, welche Landschaft man zieht, und darauf reagieren.
Was zwickt
Wenn man eine Landschaftskarte zieht, die man überhaupt nicht brauchen kann, ist das schon ein bisschen frustrierend. Aber man findet immer irgendwie eine Möglichkeit, eine Lücke. Wer gern lange im Voraus plant, muss sich darauf einlassen.
Mit Kindern
Unsere Zehnjährige hat es schon ein paarmal mitgespielt und findet es richtig gut. Kingdom Builder hat genau den Komplexitätsgrad, bei dem es ein echtes Strategiespiel ist, aber trotzdem klar im Familienbereich bleibt.
Die Erweiterung Nomaden
Mit der Erweiterung kommen neue Spielplanteile mit neuen Gebäuden dazu, also noch mehr Kombinationen. Und man kann damit auch in größerer Runde spielen. Ich glaube aber, dass die Wartezeit zwischen den Zügen dann schon relativ lang wird.
Was wir in der Community hören
Viele Familien loben, was wir auch mögen: schnell gelernt, eine gute Mischung aus Strategie und Glück und ein Wiederspielwert, der durch die wechselnden Pläne und Wertungen sehr hoch ist. Die Jury des Spiel des Jahres hob damals genau das hervor.
Kritik hören wir vor allem an der einen Karte pro Zug: Anfangs wirkt die Wertung glückslastig. Gleichzeitig heißt es oft, dass erfahrene Spieler trotzdem meist besser abschneiden. Und manche finden, dass sich mit der Zeit doch Elemente wiederholen, weil immer vier von acht Gebäuden und drei von zehn Wertungen im Spiel sind. Ein schönes Spiel, aber kein unverzichtbares, heißt es da. Das deckt sich mit unserem Eindruck.
Für wen ist Kingdom Builder?
Für Familien und alle, die Strategiespiele mögen, die Komplexität aber sehr niedrig halten wollen. Gerade als Einstieg in Strategiespiele mit Kindern ab etwa 10 ist es eine gute Wahl.
Ein Klassiker, den man unbedingt gespielt haben muss wie etwa Catan, ist es für uns aber nicht. Und wer es hasst, wenn eine einzige Karte die Möglichkeiten bestimmt, wird hier nicht glücklich.
Und bei euch: Welche Wertungskarte mögt ihr am liebsten?

Wo es glänzt
- Jedes Mal ein anderer Spielplan und andere Wertungen
- Strategie mit niedriger Einstiegshürde, gut für Familien
- Schnell erklärt, man versteht sofort, worum es geht
- Die Erweiterung Nomaden bringt noch mehr Abwechslung

Wo es zwickt
- Eine unpassende Landschaftskarte kann frustrieren
- Kaum langfristige Planung möglich
- In großer Runde lange Wartezeiten
- Kommt bei uns inzwischen seltener auf den Tisch
Steckbrief
- 2–4 (Schachtel), mit Erweiterung Nomaden bis 5
- etwa 45 Min. (Schachtel)
- 8+
- Donald X. Vaccarino
- Queen Games
- Spiel des Jahres 2012
- Familie, unserer Zehnjährigen; mit Erweiterung Nomaden
FAQ
Wie funktioniert Kingdom Builder?
Jede Runde zieht man eine Landschaftskarte und baut drei Siedlungen auf diese Landschaft, möglichst angrenzend an die eigenen. Wofür es Punkte gibt, legen drei zufällige Karten fest, und Sonderfelder geben zusätzliche Aktionen. Der Spielplan wird jedes Mal aus vier von acht Teilen neu zusammengesetzt.
Ab welchem Alter ist Kingdom Builder?
Die Schachtel sagt ab 8. Unsere Zehnjährige hat es schon ein paarmal mitgespielt und findet es richtig gut.
Wie viele können Kingdom Builder spielen?
Das Grundspiel ist für 2 bis 4. Mit der Erweiterung Nomaden geht es laut BoardGameGeek auch zu fünft. In großer Runde wird das Warten zwischen den Zügen aber länger.
Ist Kingdom Builder ein Glücksspiel?
Es steckt Glück drin, weil man pro Zug nur eine Landschaftskarte hat. Eine unpassende Karte kann frustrieren. Man findet aber fast immer eine Lücke, und genau dieses Reagieren macht das Spiel taktisch.
Lohnt sich die Erweiterung Nomaden?
Für uns ja. Wir fanden das Grundspiel so gut, dass wir sie direkt dazugekauft haben. Sie bringt neue Spielplanteile mit neuen Gebäuden und damit noch mehr Abwechslung.


