Die Grundbox kam bei uns nicht zuerst. Wir sind mit Mindbug x King of Tokyo eingestiegen und haben uns danach die Grundbox zusammen mit Jenseits der Evolution und Jenseits der Ewigkeit auf einen Schlag geholt. Trotzdem ist First Contact heute die Box, die wir jedem als Erstes in die Hand drücken würden.
Was ist Mindbug: First Contact?
First Contact ist die Grundbox der Kartenspielreihe Mindbug, entworfen von Richard Garfield, Skaff Elias, Marvin Hegen und Christian Kudahl. Garfield hat Magic erfunden, und das merkt man. Das Spiel lief 2021 über Kickstarter und kam 2022 in den Handel. Es stand 2023 auf der Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres.
In der Box stecken 48 Kreaturen, vier Mindbugs und zwei Lebensanzeigen. Jede Person bekommt zehn Kreaturen, also kommt pro Partie nicht einmal die Hälfte der Karten ins Spiel. Ressourcen oder Kosten gibt es keine. Du spielst eine Kreatur aus oder greifst an. Und wenn dein Gegenüber eine Kreatur ausspielt, kannst du sie dir mit einem deiner zwei Mindbugs schnappen. Wie das genau läuft, steht in unserem Mindbug-Überblick.
Einfacher, klarer, roher
Im Vergleich zu den anderen Boxen ist First Contact einfacher und klarer. Die Effekte unterscheiden sich deutlicher voneinander. Es gibt nur die fünf Grundfähigkeiten: Raserei, Jäger, Giftig, Raffiniert und Robust. Raffinierte Kreaturen sind seltener und nicht ganz so mächtig wie in der King-of-Tokyo-Box. Das Ganze ist etwas roher.
Das ist kein Nachteil. Wir spielen die Grundbox sehr gern. Sie ist schneller erklärt, deshalb ist sie der beste Einstieg. Und unterwegs ist sie einfach praktischer: keine zusätzlichen Marker, keine Extrakarten, nur die Kreaturen und die Lebensanzeige. Sie macht sehr viel Spaß und hat richtig coole Kreaturen.
Unsere Lieblinge, und warum wir sie selten behalten
Unsere drei Favoriten aus der Grundbox:
- Chameleon Sniper: nur Stärke 1, aber raffiniert, und bei jedem Angriff verliert dein Gegenüber ein Leben.
- Gorillion: Stärke 10, keine Fähigkeit. Einfach rohe Kraft.
- Turbo Bug: Stärke 4. Greift er an, verliert dein Gegenüber alle Leben bis auf eins.
Das Problem mit Lieblingskarten in Mindbug: Sie werden geklaut. Also halte ich sie zurück, bis die Mindbugs auf der anderen Seite verbraucht sind. Oder ich habe eine andere Taktik, dann werden sie zum Kanonenfutter, das die Mindbugs abzieht. Dann musst du allerdings wissen, wie du mit genau dieser Karte umgehst, wenn sie plötzlich für die Gegenseite kämpft. Ein Gorillion auf der falschen Seite des Tisches ist kein schöner Anblick.
Was wir in der Community hören
Uns gefällt, wie viel Taktik in den sehr einfachen Regeln ohne Ressourcen steckt: Jede Entscheidung zählt, Wartezeit gibt es kaum. Dass die kleine Box gut für unterwegs ist und jede Partie anders läuft, hören wir auch oft in der Community. Kritik gibt es auch: Die ersten Partien fühlen sich an, als wäre alles eine Falle, das Thema ist dünn, viele wünschen sich eine bessere Übersichtskarte für die Fähigkeiten, und manchmal ist eine Partie vorbei, bevor man richtig drin ist.
Bei einer Sache ist man sich fast einig: Wer neu einsteigt, fängt mit First Contact an. Genau wie wir. Dazu ein paar Stimmen, die immer wieder auftauchen:
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Der Spider Owl gilt als besonders fies, raffiniert und giftig zugleich.
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Das Giraffodil ist die Karte, die am häufigsten aussortiert wird. Es holt beim Ausspielen den kompletten Ablagestapel zurück auf die Hand, und erfahrene Gruppen sagen, dass es späte Partien praktisch entscheidet. In der Mindbug-App gibt es sogar eine entschärfte Version.
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Die Hirnfliege gilt ebenfalls als heikel, weil sie eine Kreatur mit Stärke 6 oder mehr übernimmt. Andere halten dagegen: Genau damit umzugehen, gehört zum Spiel.
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Raffinierte Kreaturen fühlen sich für Neulinge oft übermächtig an. Die Erfahrenen sagen: Das Spiel dreht sich um die Mindbugs, und gegen Raffinierte helfen Jäger oder der Kängusaurus Rex.
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Ein Tipp, der oft fällt: Spiel zuerst eine starke Kreatur, die du selbst noch kontern kannst, etwa El Tauro vor dem Gorillöwen. Wird sie geklaut, hast du die Antwort noch auf der Hand. Das passt zu meinem Kanonenfutter-Plan von oben.
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Mit Kindern: Eltern erzählen, dass Mindbug mit neunjährigen Kindern zum meistgespielten Spiel wird und die Kinder manchmal gewinnen. Bei uns gewinnt unsere Tochter sogar oft.
Unser Urteil
First Contact ist Mindbug pur: ohne Extras, mit klaren Effekten, schnell erklärt und schnell gespielt. Für uns ist sie der beste Einstieg in die Reihe und die Box, die mit in den Rucksack kommt. Unsere Wertung: 10/10.
Ein paar der Karten auf unseren Fotos stammen aus der kleinen Erweiterung Neue Kreationen (englisch: New Servants). Sie bringt 12 neue Kreaturen je zweimal und vier weitere Mindbugs mit und passt zu jeder Mindbug-Box.
Mehr zu den anderen Boxen steht im Mindbug-Überblick. Wer mit King-of-Tokyo-Monstern einsteigen will, liest unsere Rezension zu Mindbug x King of Tokyo.

Wo es glänzt
- Schnell erklärt, der beste Einstieg in Mindbug
- Klare, deutlich unterschiedliche Effekte
- Unterwegs ideal: keine Marker, keine Zusatzkarten
- Coole Kreaturen, und jede Partie läuft anders

Wo es zwickt
- Die fünf Fähigkeiten muss man einmal verstanden haben
- Wer die anderen Boxen kennt, vermisst vielleicht ein paar Mechaniken
- Eure Lieblingskarten werden euch geklaut, ständig
Steckbrief
- 2
- 15–25 Min.
- ab 8
- Richard Garfield, Skaff Elias, Marvin Hegen, Christian Kudahl
- 10/10
Von unserem Tisch
FAQ
Ist Mindbug: First Contact ein guter Einstieg?
Ja. Die Grundbox ist am leichtesten zu erklären und braucht kein Zusatzmaterial. Wir würden heute mit ihr anfangen.
Was ist der Unterschied zwischen First Contact und den anderen Mindbug-Boxen?
First Contact hat nur die fünf Grundfähigkeiten und keine zusätzlichen Marker oder Mechaniken. Die Effekte sind klarer voneinander getrennt, raffinierte Kreaturen sind seltener. Die anderen Boxen bringen jeweils neue Mechaniken mit.
Eignet sich Mindbug: First Contact für unterwegs?
Sehr. Man braucht nur die Karten und die Lebensanzeige, keine Marker oder Zusatzkarten wie in den anderen Boxen.
Ab welchem Alter ist Mindbug: First Contact?
Ab 8 laut Schachtel. Unsere Tochter spielt Mindbug seit sie neun ist.
Wie viele Karten werden pro Partie gespielt?
Jede Person bekommt zehn Kreaturen, also kommen pro Partie 20 der 48 Kreaturen ins Spiel. Dadurch läuft jede Partie anders.



