Tempel des Schreckens habe ich gezielt gesucht. Ich liebe Coup, aber für Kinder ist es nichts. Also wollte ich ein ganz einfaches Bluffspiel, das auch unsere Töchter spielen können. Nach ein bisschen Recherche bin ich bei Tempel des Schreckens gelandet. Und es ist genau das.
Was ist Tempel des Schreckens?
Ein Kartenspiel von Yusuke Sato, auf Deutsch bei Schmidt Spiele. Die Schachtel sagt 3 bis 10 Personen, etwa 15 Minuten, ab 8 Jahren. 2017 stand es auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres.
Alle bekommen geheim eine Rolle. Die Abenteurer wollen den Tempel erkunden und die Schätze plündern. Die Wächterinnen wollen genau das verhindern. Niemand weiß, wer zu welcher Seite gehört.
Dazu gibt es Kammerkarten, die verdeckt ausgeteilt werden: leere Kammern, Goldschätze und Feuerfallen. Alle schauen sich ihre Karten an und erzählen den anderen, was sie angeblich haben. „Bei mir sind ganz viele Schätze.“ „Vorsicht, bei mir ist es gefährlich.“ Wahr oder gelogen. Dann öffnet die Person mit dem Schlüssel eine Kammer bei jemand anderem, und diese Person ist als Nächstes dran.
Werden alle Schätze gefunden, gewinnen die Abenteurer. Gehen die Feuerfallen los oder ist die Zeit um, gewinnen die Wächterinnen.
Der Unterschied zu Coup
In Coup kämpft jede Person für sich, und man schaltet sich gegenseitig aus. In Tempel des Schreckens spielt man ein Stück weit gemeinsam als Gruppe, nur eben mit zwei verschiedenen Zielen. Man hilft seiner Seite und weiß trotzdem nie sicher, wer dazugehört.
Es ist außerdem leichter erklärt. Bei Coup muss man die Fähigkeiten der einzelnen Rollen kennen. Das fällt hier weg, dafür will das Austeilen und Auslegen der Kammerkarten einmal verstanden sein. Und das Thema ist viel kindgerechter: ein Tempel, Schätze, Fallen statt Intrigen und Anschläge.
Das Spiel der Großen
Bei uns ist es vor allem das Spiel unserer Zehnjährigen. Wenn Freundinnen und Freunde zu Besuch sind, spielen die Kinder es ab und zu ganz unter sich.
Der große Moment kommt immer am Ende, wenn alle Rollen aufgedeckt werden. Wer freut sich, wer nicht? Und fast immer fällt irgendwann der Satz: „Nein, ich war mir ganz sicher, du warst eine Wächterin!“ War sie dann doch nicht. Es gibt perfekte Bluffs, und manchmal liegt man einfach komplett daneben.
Die richtige Runde
Zu zweit geht es nicht, und zu dritt ist es bei uns auch nichts. Es braucht vier, fünf, sechs Leute, dann macht es richtig Spaß. Laut Schachtel geht es sogar bis zehn.
Was wir in der Community hören
Viele beschreiben es wie wir: wenig Regeln, viel Gerede, ein Spiel, das weniger von den Karten lebt als von den Geschichten und Behauptungen am Tisch. Genau das mögen wir daran.
Kritisiert wird, dass oft nie ganz klar wird, warum man richtig oder falsch lag. Wer eine knifflige Deduktion sucht, ist hier falsch. Manche kennen das Prinzip schon aus Time Bomb, einem Vorgänger mit derselben Mechanik in anderem Gewand.
Für wen ist Tempel des Schreckens?
Für Kinder ab etwa 8 mit Freundinnen und Freunden, für Familien und für größere Runden, die ein leichtes Bluffspiel ohne fieses Thema suchen. Wenn ihr wie wir ein Coup für die ganze Familie sucht: Das ist es.
Nichts ist es für kleine Runden und für alle, die beim Bluffen mehr Tiefe wollen. Dann ist Coup die bessere Wahl, aber eben nicht mit Kindern.
Und bei euch: Wer am Tisch blufft so gut, dass ihn niemand durchschaut?

Wo es glänzt
- In wenigen Minuten erklärt, keine Kartentexte
- Kindgerechtes Thema statt gegenseitigem Ausschalten
- Man spielt ein Stück weit im Team, trotzdem traut man niemandem
- Der große Moment beim Aufdecken der Rollen

Wo es zwickt
- Zu zweit oder dritt nichts, es braucht mindestens vier
- Austeilen und Auslegen der Kammerkarten will einmal verstanden sein
- Manchmal liegt man komplett falsch, und es bleibt unklar, warum
Steckbrief
- 3–10 (Schachtel), bei uns ab 4
- etwa 15 Min. (Schachtel)
- 8+
- Yusuke Sato
- Schmidt Spiele
- unsere Zehnjährige mit Freundinnen und Freunden, Familie
FAQ
Wie funktioniert Tempel des Schreckens?
Alle bekommen geheim eine Rolle, Abenteurer oder Wächterin, und ein paar verdeckte Kammerkarten. Darunter sind leere Kammern, Goldschätze und Feuerfallen. Ihr sagt, was ihr angeblich habt, und öffnet nacheinander Kammern bei den anderen. Finden die Abenteurer alle Schätze, gewinnen sie. Gehen die Feuerfallen los oder läuft die Zeit ab, gewinnen die Wächterinnen.
Ab welchem Alter ist Tempel des Schreckens?
Die Schachtel sagt ab 8. Bei uns ist es vor allem das Spiel unserer Zehnjährigen, wenn Freundinnen und Freunde zu Besuch sind.
Für wie viele Personen ist Tempel des Schreckens?
Laut Schachtel für 3 bis 10. Zu zweit geht es nicht, zu dritt ist es bei uns nichts. Es braucht vier, fünf, sechs oder mehr Leute.
Tempel des Schreckens oder Coup?
Coup ist das härtere Bluffspiel mit Rollenfähigkeiten und gegenseitigem Ausschalten. Tempel des Schreckens ist leichter erklärt, kindgerechter im Thema, und man spielt ein Stück weit als Team. Für Kinder ist es klar die bessere Wahl.
