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Rezension

Dorfromantik: Das Brettspiel: Schön, kooperativ, aber wo bleibt das High Five?

21.10.2026 · 3 Min. LesezeitFamilienspieleabend

Spieler 1–6 (Schachtel) // Spieldauer 30–60 Min. // Alter (Schachtel) 8+ // Autoren Lukas Zach, Michael Palm //

Dorfromantik haben wir uns geholt, als es Spiel des Jahres wurde. Und der Anfang ist wirklich toll. Wie das Spiel eingeführt wird, wie nach und nach neue Elemente dazukommen, das ist richtig gut gemacht. Trotzdem ist es bei uns nicht hängen geblieben.

Was ist Dorfromantik?

Ein kooperatives Legespiel von Lukas Zach und Michael Palm, erschienen bei Pegasus Spiele und 2023 zum Spiel des Jahres gekürt. Die Schachtel sagt 1 bis 6 Personen, ab 8 Jahren. Vorbild ist das gleichnamige Computerspiel.

Ihr legt gemeinsam sechseckige Plättchen mit Wäldern, Feldern, Dörfern, Flüssen und Gleisen aneinander. Dabei versucht ihr, Aufträge zu erfüllen, zum Beispiel ein Waldgebiet mit genau einer bestimmten Anzahl Plättchen. Am Ende zählt ihr Punkte. Mit genug Punkten schaltet ihr in der Kampagne neue Schachteln frei, die anfangs verschlossen sind und neue Plättchen und Aufgaben enthalten.

Was uns gefallen hat

Der kooperative Charakter ist schön: Alle legen gemeinsam, alle überlegen gemeinsam. Und die neu dazukommenden Elemente sind cool. Jede geöffnete Schachtel bringt etwas Neues, und das Spiel wird nach und nach schwieriger. Leicht ist es also nicht.

Was uns gefehlt hat

Uns fehlt das Ziel. Ja, man braucht mehr Punkte, um weiterzukommen. Aber für ein kooperatives Spiel ist uns das zu schwach. Es fehlt der High-Five-Moment, das gemeinsame „Geschafft!“.

Dorfromantik ist eines dieser Spiele, das gemütlich vor sich hin tröpfelt. Es wird zwar immer anspruchsvoller, bleibt thematisch aber irgendwie an der Oberfläche.

Wir haben alle Schachteln geöffnet. Danach war aber auch die Luft raus, bei uns und bei unseren Töchtern.

Der Vergleich mit Harry Potter

Ein ähnliches Prinzip kennen wir aus Harry Potter: Kampf um Hogwarts. Auch dort spielt man kooperativ und öffnet nach und nach neue, herausfordernde Boxen, natürlich mit ganz anderen Mechaniken. Aber dort war klar, was man gemeinsam erreichen will, und man kämpft dafür. Genau das fehlt uns bei Dorfromantik.

Was wir in der Community hören

Viele loben, was uns auch gefallen hat: einfach erklärt, kooperativ, ein Wohlfühlspiel ohne Verlustdruck, und mit der Kampagne einen hohen Wiederspielwert. Die Jury des Spiel des Jahres hob genau dieses Wohlfühlen hervor.

Unsere Kritik hören wir aber auch von anderen: Dass es kein Endziel und keinen Gewinner gibt, schreckt manche Familien ab. Und manche finden es in den ersten Partien schwer, überhaupt Punkte zu holen. Bei der Spielerzahl halten es viele zu zweit oder dritt für besser als in voller Runde.

Für wen ist Dorfromantik?

Für alle, denen es ums gemeinsame Knobeln geht. Wer auch gern zusammen Kreuzworträtsel löst, wird sich hier wohlfühlen.

Nichts ist es für alle, die von einem kooperativen Spiel ein klares Ziel, Spannung und den gemeinsamen Jubel am Ende erwarten. Dann ist Harry Potter: Kampf um Hogwarts die bessere Wahl.

Und bei euch: Habt ihr Dorfromantik bis zur letzten Schachtel gespielt, und was kam danach?

Wo es glänzt

  • Richtig gut eingeführt, neue Elemente kommen Schritt für Schritt
  • Kooperativ und ohne Verlustdruck
  • Die Kampagnenschachteln machen neugierig
  • Wird nach und nach anspruchsvoller

Wo es zwickt

  • Kein klares gemeinsames Ziel, kein „Geschafft!“-Moment
  • Plätschert gemütlich vor sich hin
  • Thematisch bleibt es an der Oberfläche
  • Nach der Kampagne war bei uns die Luft raus

Steckbrief

Spieler
1–6 (Schachtel)
Spieldauer
30–60 Min.
Alter (Schachtel)
8+
Autoren
Lukas Zach, Michael Palm
Verlag
Pegasus Spiele
Auszeichnung
Spiel des Jahres 2023
Gespielt mit
Familie, alle Kampagnenschachteln geöffnet
Kategorie
Städtebau

Mehr davon?

Eine E-Mail, ab und zu: was bei uns auf den Tisch kam, was gefloppt ist und was die Kinder wirklich nochmal spielen wollten.

FAQ

Wie funktioniert Dorfromantik: Das Brettspiel?

Ihr legt gemeinsam sechseckige Landschaftsplättchen an und versucht, Aufträge zu erfüllen, etwa ein Waldgebiet einer bestimmten Größe. Am Ende zählt ihr Punkte. Mit genug Punkten schaltet ihr in der Kampagne nach und nach neue Schachteln mit neuen Plättchen und Aufgaben frei.

Gibt es bei Dorfromantik einen Gewinner?

Nein. Ihr spielt gemeinsam und versucht, möglichst viele Punkte zu holen. Uns hat genau das gefehlt: ein klares Ziel und der Moment, in dem man sich abklatscht, weil man es geschafft hat.

Lohnt sich die Kampagne?

Die Einführung neuer Elemente ist richtig gut gemacht. Wir haben alle Schachteln geöffnet, danach war bei uns aber die Luft raus, auch bei unseren Töchtern.

Dorfromantik oder Harry Potter: Kampf um Hogwarts?

Beide sind kooperativ und schalten nach und nach neue Boxen frei, mit ganz anderen Mechaniken. Bei Harry Potter war uns klar, was wir gemeinsam erreichen wollen, und wir haben dafür gekämpft. Das hat uns bei Dorfromantik gefehlt.

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