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Rezension

Agent Avenue: Eine Karte offen, eine verdeckt. Welche nimmst du?

20.10.2026 · 3 Min. LesezeitDate Night / Familienspieleabend / Schnelle Spiele

Spieler 2–4 (Schachtel), bei uns zu zweit // Spieldauer etwa 20 Min. // Alter 8+ (Händlerangabe), ohne Aktionskarten bei uns ab etwa 6 // Autoren Christian Kudahl, Laura Kudahl //

Agent Avenue haben wir auf der Berlin Brettspiel Con gekauft, am Stand von Nerdlab Games. Wir sind riesige Mindbug-Fans, und Mindbug kommt aus demselben Verlag. Also haben wir eine Partie gespielt und es danach einfach mitgenommen. Als Zwei-Personen-Spiel hat es uns sofort überzeugt.

Was ist Agent Avenue?

Ein Bluff-Kartenspiel von Christian und Laura Kudahl, erschienen bei Nerdlab Games. Laut Schachtel für 2 bis 4 Personen, etwa 20 Minuten. Händler geben ab 8 Jahren an, und laut Händlerangaben stand es 2025 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres.

Zwei Agenten jagen sich auf einem ganz kleinen Rundkurs. Wer den anderen einholt, gewinnt. Bewegt wird mit Karten, und hier steckt der Kniff: Du legst eine Karte offen und eine verdeckt hin, und dein Gegenüber entscheidet, welche er nimmt. Die andere bekommst du. Damit vergrößert oder verkleinert ihr den Abstand. Jeder Zug ist ein kleiner Bluff: Was liegt da verdeckt? Will sie, dass ich die offene nehme?

Es wächst mit

Was ich an Agent Avenue mag: Der Einstieg ist ganz, ganz leicht. Man spielt erst nur das Grundspiel mit den beiden Figuren und den Karten.

Danach kommen die Aktionskarten dazu, wie eine kleine eingebaute Erweiterung. Das Prinzip kennt man von King of Tokyo, wo man sich während des Spiels Zusatzaktionen kauft. Bei Agent Avenue bekommt man eine solche Karte, wenn man bestimmte Felder erreicht, und kann sie dann ausspielen. Das erweitert das Spiel noch einmal deutlich.

Und dann gibt es noch die Erweiterung Division M mit den Mausagenten. Die stehen zusätzlich auf dem Spielfeld und müssen nicht überholt, sondern erwischt werden: Landet die gegnerische Figur auf deiner Maus, hast du gewonnen. Das bringt eine neue Komponente rein. Meiner Erfahrung nach verkürzt es aber auch die Spielzeit, weil man ab und zu einfach mal draufläuft.

Mit wem wir es spielen

Meine Frau spielt Agent Avenue sehr, sehr gern. Mit den Kindern spielen wir es auch, vor allem mit unserer Großen. Die Kleine kann die Aktionskarten noch nicht lesen, deshalb ist es für sie mit allen Karten nicht ganz so interessant.

Ohne die Zusatzkarten klappt es aber schon mit Kindern ab etwa 6. Ein bisschen Ärgerfaktor ist dabei, weil man dem anderen eine schlechte Karte unterjubeln kann. Das hält sich aber in Grenzen.

Agent Avenue oder Mindbug?

Wenn man die beiden Zwei-Personen-Spiele aus demselben Verlag vergleicht, ist Agent Avenue deutlich einfacher und zugänglicher. Dafür hat es für mich nicht die Tragweite und die Interaktion von Mindbug, und auch der Wiederspielwert ist nicht ganz so hoch. Ein tolles Spiel ist es trotzdem.

Wer gerade erst mit Duellen anfängt oder mit Kindern spielt, ist mit Agent Avenue gut bedient. Wer ein Duell sucht, in das man richtig eintauchen kann, nimmt Mindbug: First Contact.

Was wir in der Community hören

Viele loben dasselbe wie wir: ein schnelles, scharfes Bluff-Duell mit Doppelbluffs und ständigem Zweifeln. Als Kritik hören wir vor allem, dass dem Spiel etwas Tiefe fehlt, dass das Thema eher dünn ist und dass zufällige Kartenzüge manchmal einen schön vorbereiteten Bluff zerschießen. Für den Wiederspielwert sollen der fortgeschrittene Modus und die Team-Variante zu viert helfen. Die Team-Variante haben wir nicht gespielt.

Für wen ist Agent Avenue?

Für Paare und alle, die zu zweit ein kurzes Bluffspiel mit leichtem Einstieg suchen. Und für Familien, die mit Kindern ab etwa 6 ein Duell spielen wollen. Wer mehr Bluff-Kartenspiele für zwei sucht, findet sie in unserer Liste der besten Kartenspiele zu zweit.

Nichts ist es für alle, die ein Duell mit viel Tiefe über Monate erkunden wollen. Dafür bleibt bei uns Mindbug die Nummer eins.

Und bei euch: Nehmt ihr die offene Karte oder die verdeckte?

Wo es glänzt

  • In wenigen Minuten gelernt, ein cleverer Bluff-Kniff
  • Wächst mit: Grundspiel, Aktionskarten, Erweiterung
  • Klappt ohne Zusatzkarten schon mit Kindern ab etwa 6
  • Kurz und knackig zu zweit

Wo es zwickt

  • Weniger Tiefe und Interaktion als Mindbug
  • Wiederspielwert nicht ganz so hoch
  • Aktionskarten brauchen Lesefähigkeit

Steckbrief

Spieler
2–4 (Schachtel), bei uns zu zweit
Spieldauer
etwa 20 Min.
Alter
8+ (Händlerangabe), ohne Aktionskarten bei uns ab etwa 6
Autoren
Christian Kudahl, Laura Kudahl
Verlag
Nerdlab Games
Gespielt mit
meiner Frau, unserer Großen; mit der Erweiterung Division M

Mehr davon?

Eine E-Mail, ab und zu: was bei uns auf den Tisch kam, was gefloppt ist und was die Kinder wirklich nochmal spielen wollten.

FAQ

Wie funktioniert Agent Avenue?

Zwei Agenten jagen sich auf einem kleinen Rundkurs. Du legst eine Karte offen und eine verdeckt hin, dein Gegenüber wählt eine davon, die andere bekommst du. So bewegt ihr euch vorwärts oder rückwärts. Wer den anderen einholt, gewinnt.

Ab welchem Alter ist Agent Avenue?

Händler geben ab 8 an. Ohne die Zusatzkarten spielen wir es schon mit Kindern ab etwa 6. Mit den Aktionskarten muss man lesen können.

Ist Agent Avenue gut zu zweit?

Ja, als Zwei-Personen-Spiel hat es uns direkt überzeugt. Laut Schachtel geht es auch zu viert im Team, das haben wir nicht ausprobiert.

Agent Avenue oder Mindbug?

Beide sind vom selben Verlag. Agent Avenue ist leichter zugänglich, Mindbug hat für uns mehr Tiefe, mehr Interaktion und einen höheren Wiederspielwert.

Was bringt die Erweiterung Division M?

Mausagenten, die nicht überholt, sondern erwischt werden müssen: Landet die gegnerische Figur auf deiner Maus, hast du gewonnen. Das bringt eine neue Ebene rein, verkürzt bei uns aber auch die Spielzeit.

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