Unsere Zehnjährige spielt Mindbug, seit sie neun ist, und hat längst ihre eigene Strategie. Also habe ich sie gebeten, ihre Lieblingskarten auf das Sofa zu legen und zu erklären, warum. Und die, die sie nicht ausstehen kann, gleich mit.
Was dabei herauskam, ist eine ziemlich klare Strategie. Fast alle ihre Lieblinge sind klein und raffiniert, können also kaum geblockt werden. Und fast alle Karten, die sie hasst, fegen genau diese kleinen Kreaturen vom Tisch oder kosten sie selbst Lebenspunkte. Die Erklärungen unten sind ihre, ich habe sie nur aufgeschrieben.
Kurz zu den Begriffen, falls du Mindbug noch nicht kennst: Raffiniert heißt, die Kreatur kann nur von anderen raffinierten Kreaturen geblockt werden. Giftig besiegt jede Kreatur, mit der sie kämpft. Jäger sucht sich aus, wer blocken muss. Robust übersteht den ersten Treffer. Mehr zu den Boxen steht in unserem Mindbug-Vergleich.
Ihre Lieblinge
Frettchenbomber (Stärke 2)

Die Nummer eins, und das hat nur zur Hälfte mit dem Spiel zu tun. Frettchen sind ihre Lieblingstiere. Beim Ausspielen muss der Gegner zwei Karten abwerfen, und der Frettchenbomber ist raffiniert. Am Ende hat sie ihn sogar ein zweites Mal genannt, nur zur Sicherheit.
Eulenspinne (Stärke 3)

Raffiniert und giftig. „Ich liebe raffinierte“, sagt sie, und das Gift ist ihre Versicherung: Wer die Eulenspinne besiegt, nimmt sie mit ins Grab.
Tigerhörnchen (Stärke 3)

Beim Ausspielen besiegt es eine gegnerische Kreatur mit Stärke 7 oder mehr. Raffiniert ist es auch. Und es ist halb Tiger, halb Eichhörnchen, was laut ihr „sehr süß“ ist.
Hamster Nimmersatz (Stärke 2)

Raffiniert, und beim Ausspielen muss dir der Gegner eine Karte von seiner Hand geben, die du sofort spielen oder behalten darfst. Tolle Fähigkeit, sagt sie. Und das Bild findet sie sehr süß.
Killerbiene (Stärke 5)

Jäger, und beim Ausspielen verliert der Gegner einen Lebenspunkt. Ihr Gedanke dahinter: Klaut der Gegner die Killerbiene mit einem Mindbug, hat er trotzdem schon einen Punkt verloren. Und wenn du mehrere Karten mit Lebenspunktschaden hast, „wird es schwer für den Gegner“.
Berserkäfer (Stärke 3)

Robust, und solange du genau einen Lebenspunkt hast, bekommt er +8 Stärke. Dann hat er 11. Für sie ist er eine Absicherung für den Moment, in dem es eng wird. „Das ist schon ziemlich krass.“
Die Karten, die sie nicht ausstehen kann
Kängusaurus Rex (Stärke 7)

Beim Ausspielen besiegt er alle gegnerischen Kreaturen mit Stärke 4 oder weniger. Schau dir ihre Lieblinge oben an: Die haben fast alle Stärke 4 oder weniger. Mit einer Karte wäre ihr ganzer Tisch leer. Entsprechend deutlich ist ihr Urteil: „sehr doof“.
King Kondor (Stärke 6)

Raserei, Jäger und robust. Viele finden ihn toll, sagt sie, aber beim Ausspielen verlierst du selbst einen Lebenspunkt, und das kann dich umbringen. Ihr Kommentar: „Also, ne, ne.“
Graf Aderlass (Stärke 7)

Beim Angreifen verlierst du einen Lebenspunkt und besiegst eine Kreatur. Im Notfall ganz gut, findet sie. Aber wenn er deine einzige Karte ist, du angreifen musst und nur noch einen Lebenspunkt hast, besiegst du dich damit selbst.
Manischer Minnesänger (Stärke 1)

Jäger, und er bekommt +2 Stärke für jede andere verbündete Kreatur. Sie gibt zu, dass er ziemlich stark werden kann. Aber sie hat selten so viele Kreaturen auf dem Tisch, dass sich das lohnt, und deshalb findet sie ihn langweilig.
Schildwanzen (Stärke 4)

Robust, und alle anderen verbündeten Kreaturen haben +1 Stärke. Mehr passiert nicht. Urteil: einfach langweilig.
Titanoskorp (Stärke 2)

Robust und giftig, sonst nichts. Das Bild mag sie nicht, und die Karte findet sie langweilig.
Was wir daraus lernen
Kinder spielen Mindbug anders als Erwachsene. Unsere Tochter schaut, ob eine Karte sich durchschleichen kann, ob sie dem Gegner wehtut, und ob das Tier drauf süß ist. Und sie denkt erstaunlich genau darüber nach, was passiert, wenn der Gegner ihr eine Karte mit dem Mindbug wegnimmt.
Wenn du mit Kindern spielst, frag sie nach ihren Lieblingskarten. Du lernst dabei mehr über ihre Strategie als in zehn Partien. Unsere Meinung zur Grundbox steht in der Rezension zu Mindbug: First Contact.
Welche Mindbug-Karte ist bei euch zu Hause der Liebling, und welche fliegt sofort raus?
FAQ
Welche Mindbug-Karten mag unsere Tochter am liebsten?
Den Frettchenbomber, mit Abstand. Dazu Eulenspinne, Tigerhörnchen, Hamster Nimmersatz, Killerbiene und Berserkäfer. Fast alle ihre Favoriten sind schwach, aber raffiniert.
Welche Karten mag sie gar nicht?
Kängusaurus Rex, King Kondor und Graf Aderlass, weil sie ihre Lieblinge wegfegen oder sie selbst Lebenspunkte kosten. Manischer Minnesänger, Schildwanzen und Titanoskorp findet sie einfach langweilig.
Ab welchem Alter ist Mindbug?
Die Schachtel sagt ab 8. Unsere Tochter hat mit neun angefangen und spielt mit zehn ihre eigenen Strategien.
Aus welchen Boxen kommen die Karten?
Die Karten mit der Nummer x/32 stammen aus der Grundbox First Contact, die mit x/12 aus der Erweiterung Der erste Kontakt: Neue Kreationen. Wir spielen die deutsche Ausgabe.



